FARIO-FANSHOP

GERÄTE, Angelruten, Angelrollen, Flugschnur, Angelhaken, Angelzubehör, Werfen, Fliegenwerfen, Schnur Gerätekunde: Rute, Rolle, Schnur, Fliegen und Zubehör für's Fliegenfischen. Die wichtigsten Infos für Anfänger.

Fliegen, Vorbild und Imitation, Fliegenbinden, binden, Angelhaken, Haken, Nassfliege, Trockenfliege, Streamer, Wolly Bugger, Hechtfliegen, Forellenfliegen, Fliegen, Bindegarn, Fliegendosen Welche Fliege, Wann und Wo?: Vorbild und Imitation. Die besten Kunstfliegen für Deine Fliegendose.

Fischbilder, Fische, Fische in Brandenburg, Hecht, Zander, Döbel, Aland, Lachs, Meerforelle, Rapfen, Forellensee, Forellenteich Besser Fischen: Diese Fischarten, an diesen Gewässern.

Fliegenfischen - Technik und Taktik. Geschichten, aufgeschrieben von erfahrenen Fliegenfischern. Fliegenfischen - Technik und Taktik: Geschichten, Tips und Tricks - aufgeschrieben von erfahrenen Fliegenfischern.
 
Fliegenfischen... Fliegen werfen für Anfänger.

Fliegenwerfen beim Fario e.V.

...ist eines der schönsten Hobbys das ich mir vorstellen kann und, noch viel schöner, ich übe es aus, wo und wann immer ich die Gelegenheit dazu habe.
Passion bzw. Leidenschaft sagt man wohl dazu und die kann das Leben schon ganz gehörig beeinflussen. Damit jedoch die Fliegenfischerei zur Passion wird, hat irgend jemand viel Fleiß vor den Preis gesetzt; Nein, weit gefehlt, ich war es nicht. Man muß sich halt das erforderliche Wissen aneignen und die Werferei mit der eigenartig dicken Schnur will auch gelernt sein. Insbesondere das Werfen bereitet immer wieder Probleme, da es sich hier um recht komplexe Bewegungsabläufe handelt, die nur mit Übung gemeistert werden können. Mit ein wenig Übung kann man schon recht viel erreichen, zur Meisterschaft bedarf es jedoch einiges mehr. Besonders hartgesottene können sich das alles selbst beibringen, aber es geht auch einfacher. Man (Frau) besucht einen Kurs.
Sie haben sich nun für einen Kurs entschieden und möchten mit Hilfe eines Instruktors entweder in die Fliegenfischerei eingeweiht werden oder als "Fortgeschrittener" die Fähigkeiten verbessern oder auch nur eingeschlichene Fehler ausmerzen. Was auch immer, der Erfahrung nach ist die Zuhilfenahme eines Instruktors die derzeit beste Methode, seine Ziele zu erreichen.

Fliegenwerfen, Wurftheorie für Anfänger und Fortgeschrittene

Das Werfen mit der Fliegenrute ist meines Erachtens leichter, als gemeinhin angenommen. Der hat gut Reden, denken Sie jetzt vielleicht, aber nicht vergessen: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Drei Dinge sind zum Erfolg Voraussetzung.

1. üben.
2. viel üben
3. noch mehr üben.

Nur durch genügend Praxis und Beharrlichkeit gewöhnt sich der Körper und die Muskulatur an die zugegeben komplexen Bewegungen beim Werfen mit der Fliegenrute. Ich mache leider zu oft die Beobachtung, daß viele, die mit dem Fliegenwerfen beginnen zwei Arten von Fehlern begehen. Einerseits scheuen sie sich - in Erwartung unqualifizierter Kommentare - sich auf die grüne Wiese oder sonst wo hinzustellen und zu werfen. Andererseits wird vielfach zu lange geübt. Das muß doch verflixt noch mal hinzubekommen sein. Falscher Ehrgeiz am falschen Platz kann ich da nur sagen. Gerade beim Anfänger ist die Gefahr von Verkrampfungen in der Muskulatur besonders groß. Die Folge ist, daß die Rute mehr oder weniger gefühllos hin- und hergepeitscht wird. Fliegenwerfen ist jedoch Gefühlssache. Also, trainieren Sie oft, aber nicht zu lange. Zumindest am Anfang. Ja ich weiß wie schwer das ist, aber glauben Sie mir, ein viertel Stündchen jeden Tag oder zumindest größere Pausen zwischen den Übungssequenzen bringen mehr, als andauerndes Werfen bis zur Erschöpfung. Schließlich solls ja Spaß machen.
Kommen wir nun zu den unergründlichen Geheimnissen, warum bei einem guten Werfer die Schnur mit dieser ach so beneidenswerten Leichtigkeit durch die Luft fliegt. Warum die Schnurschlaufe so eng und die Schnur so ruhig, wie mit dem Lineal gezogen, sich nach vorn und hinten ausstreckt. Warum die Schnur beim Schießenlassen wie ein geölter Blitz durch die Ringe zischt. Ganz einfach: Der Werfer hat gelernt, die physikalischen Gesetze, denen wir alle unterliegen, zu meistern und sich zunutze zu machen.
Wenn man vielen erfahrenen Werfen so zuhört, verliert man leicht den Blick für das Wesentliche. Jeder gibt Tips, wie: Du mußt die Rute so und nur so halten oder der rechte Fuß muß beim Stand hinten sein. Ein anderer meint, es ist besser, den rechten Fuß vorne zu haben und so weiter und so fort. Mein Vorschlag: Bleiben Sie offen für alle Dinge die sie hören, sehen und lesen. Probieren Sie selbst aus, was für Sie am besten ist, womit Sie zurechtkommen. Machen Sie nicht den Fehler und konzentrieren sich nur auf einen Stil, denn Sie werden ohnehin in ihrer Werferkarriere unterschiedliche Stile durchleben. Purismus hat leider mehr mit Engstirnigkeit als mit Können zu tun.
Sicherlich hat jeder Wurfstil seine Berechtigung und Vorteile, wobei mir gerade ein kluger Satz einfällt, den ich von Heinz Weiland einmal hörte: "Der beste Wurfstil ist der, den man beherrscht". Alle Wurfstile haben jedoch gewisse Gemeinsamkeiten, unterliegen den gleichen Gesetzmäßigkeiten, die ich nachfolgend zusammenfassen möchte:

1. Um eine gute, enge Schnurschlaufe zu erreichen, muß die Rutenspitze in einem möglichst geraden Weg geführt werden. Ein konvexer Weg, d.h. eine irgendwie kreisförmige Bewegung, erzeugt eine weite oder auch gar keine Schlaufe. Die Schnur bekommt keine Fahrt und viel wichtiger, die Rute kann sich nicht richtig "aufladen". Umgekehrt führt ein konkaver Weg der Rutenspitze zu einem der häufigsten Wurffehler überhaupt: Tailing Loops oder schwänzelnde Schlaufen. Dabei kreuzen sich die Schnurspitze und das Vorfach mit der Fliegenschnur und verfangen sich im ungünstigsten Falle ineinander. Die Folgen sind Knoten und Schnursalat. Fazit: Geradlinigkeit der Bewegung und zwar in allen Ebenen, horizontal und vertikal.

2. Nur eine gestreckte Schnur läßt sich sauber zum Rückwurf aufnehmen bzw. ist Voraussetzung für einen guten Vorwärtswurf. Gerade Anfänger machen oft den Fehler, die Rute vor dem Aufnehmen der Schnur zum Rückwurf zu hoch anzuheben (in der Ziffernblattsprache so bei Zehn oder Halbelf) und dann erst zum Rückwurf anzusetzen. Die Rute wird dann zu weit nach hinten geführt, wodurch die Bewegung der Rutenspitze in der Endphase nach unten gerichtet ist. Was passiert ist klar, auch die Schnur fliegt nach hinten unten, da die Schnur immer der Rutenspitze folgt. Ehe man zum Vorschwung ansetzen kann, berührt das Vorfach den Boden bzw. küßt das Wasser. Eine nicht gestreckte Schnur zeugt von...

3. ...falschem Timing. Zu Deutsch, warten bis die Schnur sich nach vorne oder hinten gestreckt hat. Gibt man der Schnur dazu keine Gelegenheit, bricht der Wurf zusammen, schlimmstenfalls knallts und die Fliege ist weg. Durch falsches Timing kann sich die Rute nicht richtig aufladen. Der Großteil der Wurfenergie verpufft leider in viel zu heftigen, hektischen Bewegungen. Also, geben Sie der Schnur Zeit und Kontrollieren Sie ab und an durch Kopfdrehen nach hinten, ob die Schnur hinten sich richtig streckt.

4. Als nächstes ist der Wurfrhythmus zu erwähnen. Dieser muß um so schneller sein, je kürzer die Schnur ist. Bei längerer Schnur muß man wie im vorigen Punkt zu lesen war, natürlich länger warten, bis die Schnur sich gestreckt hat. Ergo, ist die Zeitspanne zwischen Vor- und Rückschwung länger. Dem entgegengesetzt ist die Geschwindigkeit, mit der die Rute vor- und zurückbewegt wird. Hier gilt, je länger die Schnur, desto stärker muß der Druck auf die Rute beim Vor- und Rückschwung sein. Dieser Umstand führt leicht zu Verwechslungen.

5. Die Bewegung beim Vor-, wie auch beim Rückschwung hat eine besondere Charakteristik. Viele machen den Fehler des gleichmäßigen Hin- und Herwedelns. Vielmehr geht es um stetige Beschleunigung. Das bedeutet, Sie müssen erst durch langsamen stetigen Zug die Schnur beschleunigen und die Rute spannen. Erst im letzten Drittel der Bewegung- eher noch später- sollte die Rutenspitze die Höchstgeschwindigkeit erreicht haben. Leider muß man sagen, können wir zwar recht genau Geschwindigkeiten abschätzen, haben jedoch eher ein vermindertes Gefühl für Beschleunigung. Ganz schlimm ist es, wenn der Krafteinsatz beim Werfen vertauscht wird. Bei einigen Werfern ist zu beobachten, daß diese vom Ausgangspunkt ab mit hoher Geschwindigkeit die Rute nach vorne oder hinten schlagen und langsam auslaufen lassen. Die Folge dieses Fehlers sind eine unruhige Schnur mit ausgeprägten Wellen und fast immer "Tailing Loops", verursacht durch eine erst abwärtsgerichtete und dann leicht nach oben auslaufende Bewegung der Rutenspitze.

6. Mit das wichtigste überhaupt ist der Stop, sprich das abrupte Ende des Vor- oder Rückschwunges. Die hohe Beschleunigung am Ende der Wurfbewegung, in Verbindung mit einem "deadly Stop", wie die Amerikaner sagen, ist für das Erreichen einer Schlaufe entscheidend. Vergleichen Sie diesen Stop mit einem Auto, das mit ca. 130 km/h gegen eine Wand prallt. Bei vielen Werfern kommt der Stop eher nur einer Vollbremsung gleich.
Lassen Sie mich zwei Beispiele anführen, die die Punkte fünf und sechs verdeutlichen: Sicherlich haben auch Sie als Kind Äpfel auf einen Stock gespießt und so weit wie möglich weggeschleudert. Die Bewegung müsste dann in etwa so ausgesehen haben: Langsam beginnend immer schneller werdend haben Sie den Stock nach vorne geschwungen, um dann, in einem abrupten Stop, den Apfel vom Stock zu schlenzen. Wenn Sie zu schnell am Anfang der Bewegung waren, so war die Entfernung minus 1 Meter. Klar: weil der Apfel vom Stock gerutscht, hinter Ihnen im Gras lag.
Anderes Beispiel: Sie betätigen sich als abstrakter Künstler. Nehmen Sie einen mit Farbe satt getränkten Pinsel und versuchen Sie, mit eben jener, sich beschleunigenden Bewegung, die Farbe aus drei Metern Entfernung auf die Leinwand zu befördern. Wenn Sie dabei einen Streifen über das ganze Bild produzieren, müssen Sie noch etwas an dem "Stop" üben. Wenn aber die Farbspritzer die Fläche in Fußballgröße belegen, dann befinden sie sich mit Picasso in einer Riege. Nur mit dem besagten "Stop" am Ende der Bewegung ist dies zu erreichen.

7. Kraft. Nichts ist schädlicher für den Fliegenwurf, als zuviel Kraft. Sie geben so viel Geld für teure Ruten aus und machen die Arbeit doch selbst. Lassen Sie gefälligst die Rute für sich arbeiten. Laden Sie die Rute auf, wie es in der Fachsprache heißt. Je stärker sich die Rute beim Werfen biegt, desto weniger Arbeit haben Sie.

Wenn Sie die diese Punkte in Ihren Bewegungsablauf einbauen können, erreichen Sie ein optimales Aufladen der Rute, die im Moment des Stoppens ihre Energie an die Schnur abgibt. Dann haben Sie das Ziel - ein guter Werfer zu werden - erreicht. Dann verfügen Sie über einen eleganten, kraftsparenden Wurfstil, der ermüdungfreies Fischen über viele Stunden hinweg ermöglicht und als Ausgangsbasis für alle erdenklichen Wurfvarianten und die verschiedenen Trickwürfe dient.

Fassen wir die sieben Punkte nochmals zusammen:

  • möglichst gerader Weg der Rutenspitze

  • gestreckte Schnur

  • richtiges Timing

  • angepaßter Wurfrhythmus

  • stetige Beschleunigung

  • "deadly" Stop

  • wenig Kraft


    So, das sind die eingangs erwähnten Punkte, die es zu meistern gilt und die, unabhängig vom Wurfstil, für jede Art zu Werfen, allgemein gültig sind.

    Diese doch sehr theoretischen Ausführungen sollen nach dem besuchten Kurs das erlernte in Erinnerung rufen und sie zu ständigem Üben ermutigen. Ich selbst probiere alles, was ich neues in puncto Werfen sehe oder lese, aus. Nur wenn man ständig bereit ist, etwas hinzuzulernen, entwickelt man sich weiter und bringt es zu der Perfektion, die höchsten Genuß und Erholung beim Fliegenfischen in unserer herrlichen Natur verspricht.

    Wenn Sie sich durch den Kurs und die Lektüre gekämpft haben, sind sie auf einem guten Weg ein Fliegenfischer/Fliegenfischerin zu werden.

    Leider ist die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe der Anglerzunft u.U. mit gewissen Unannehmlichkeiten verbunden. Jeder vermutet in ihnen nun einen versnobten, elitär denkenden, von der Masse sich abheben wollenden Zeitgenossen. Wie sie jedoch selbst erfahren haben, hat Fliegenfischen mit alledem nichts zu tun. Es ist schlicht eine Methode unter vielen Fische zu fangen. Alle Angelarten haben auf ihre eigene Weise ihre Berechtigung und ich meine: Fische, die ich mit der Fliege nicht fangen kann, haben halt eben Schonzeit.
    Neben der Schönheit und Ästhetik des Fliegenfischens, ist für mich mittlerweile jedoch der Umstand, daß Fische erheblich geringere Verletzungen erleiden, entscheidendes Argument für diese Ausschließlichkeit. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, daß mit der Fliege gefangene Fische eine wesentlich geringere Sterblichkeitsrate aufweisen, als mit anderen Methoden gefangene Fische. Schon das alleine ist für mich Grund genug, für eine möglichst weite Verbreitung der Fliegenfischerei zu sorgen, damit viele Menschen diese Angelart kennenlernen und erlernen. Denn, je mehr Leute die Fliegenfischerei beherrschen, desto eher ist die Bereitschaft da, Gewässer nur für die Fliegenfischerei freizugeben, wie das in anderen Ländern schon der Fall ist. Ich erlebe leider immer wieder, daß Salmoniden in Gewässer eingesetzt werden und sofort am "Schwarzen Brett" auf die Besatzmaßnahme hingewiesen wird. Put&Take in seiner schlimmsten Form.
    Ein weiteres Vorurteil: Fliegenfischen geht nur auf Salmoniden und an entsprechenden Gewässern. Schauen sie mal nach Holland. Dort gibt es nur ein einziges Gewässer, welches nach herrschender Meinung für die Fliegenfischerei geeignet ist. Und doch ist dort die Fliegenfischerei viel weiter verbreitet als bei uns in Deutschland. Sämtliche Fischarten werden dort mit Fliegen beangelt und das mit großem Erfolg. Insbesondere Hecht und Zander, aber auch Brassen, Rotaugen, Rotfedern u.v.m. gehören dazu. An die Meerforellenfischerei in der Ostsee oder "Saltwater Fly Fishing" in anderen Meeren darf ich gar nicht erst denken.
    So, nun möchte ich Sie nicht weiter beeinflussen, sondern es Ihnen überlassen, was Sie mit dem Erlernten anfangen. Sollten Sie jedoch die gleiche Begeisterung entwickeln wie ich, dann wäre das eine große Freude für mich und alle Fliegenfischer.

    Tight lines and dry socks wünscht Ihnen

    www.flycaster-site.de Sven Ostermann (EFFA Certified Flycasting Instructor)

    P.S.: Brauchen Sie Hilfe oder wollen Sie einen Wurfkurs buchen? Ich stehe Ihnen gern zur Verfügung.

    -- STARTSEITE --

    © 2002 - 2007 www.farioev.de